Plattdeutsch in der Pflege

Erinnerungsbuch

Die Oldenburgische Landschaft und das Niederdeutschsekretariat haben ein Erinnerungsbuch herausgegeben.

Die Kommunikation spielt in der Pflege eine tragende Rolle, nicht nur um die Qualität der Pflege zu gewährleisten und sprachlichen Missverständnissen vorzubeugen, sondern auch um den Menschen ein Gefühl der Geborgenheit und des Angenommenseins zu vermitteln, wenn in der Muttersprache gesprochen wird.

Vor dem Hintergrund der in acht Bundesländern geltenden „Europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen“ ist es notwendig, die Regional- und Minderheitensprachen in den Einrichtungen nicht nur im Rahmen der Biografiearbeit, sondern ausdrücklich auch als pflegerische und therapeutische Tätigkeit anzuerkennen. Der Bundesraat för Nedderdüütsch fordert diesbezüglich, dass die niederdeutsche Sprache als verpflichtendes Unterrichtsfach in der Pflegeausbildung aufgenommen wird.

Das Erinnerungsbuch soll vor allem in der Erinnerungsarbeit mit dementiell erkrankten Menschen eingesetzt werden. Über historische Fotos soll die Kommunikationsfähigkeit gefördert werden. Das Buch ist unterteilt in Fotos und Themen vom Land und aus der Stadt. Plattdeutsche Vokabeln geben eine Hilfestellung bei der Kommunikation für die Pflegekräfte. Für den Einstieg in die Kommunikation nicht plattdeutschsprechender Mitarbeiter*innen gibt es auch eine kurze hochdeutsche Beschreibung.

Gefördert haben dieses Buch der Bezirksverband Oldenburg und das Land Brandenburg.

Das Buch ist nicht im Handel erhältlich.
Es ist speziell für Pflegekräfte und Pflegeeinrichtungen konzipiert worden. Es ist kostenfrei ausschließlich für Pflegeeinrichtungen bei der Oldenburgischen Landschaft erhältlich.

 

Sie können sich hier ein PDF herunterladen.


Plattdeutsch in der Pflege

„Ik hebb smacht“, „Ik hebb döst“, Mi kellt dat dor“, dat sind Utsagen, wo man sik rögen mööt, wenn een Minsch dat seggt. Vör all, wenn disse Minsch in de Pleeg is un sik nich allen helpen kann. „Platt in de Pleeg“ is van groot Bedüden, vör all bi Lüe, de demenzkrank wurrn sind. Faken hett man belevt, dat disse Minschen blots noch in de Spraak snacken köönt, de se toerst lehrt hebbt. Vele ole Minschen sind noch mit Plattdüütsch upwussen un hebbt eerst in de School Hochdüütsch lehrt. In Wildshusen hett sik Hella Einemann-Gräbbert dit Rebett annahmen un lehrt al siet vele Jahren an de Berufsbildene Scholen an de Pflegeschölers Plattdüütsch. Un ok een lütt Book is dorbi rutsuert „Plattdeutsch in der Pflege. Wi snackt Platt…du ok?“ is al in de tweide Uplaag rutkamen. Wo süht de Ünnerricht up Platt un de Pleeg up Platt egens ut? Wo goot Platt de Dören apenmaken kann un ok een Qualität in de Pleeg fastholln deit, wiest nu een lütt Film. Kiek man eben to!

Plattdeutsch spielt auch in den Pflegeberufen eine bedeutende Rolle. Viele Menschen mit Demenzerkranken verlieren im fortschreitenden Verlauf der Krankheit die später erworbenen Sprachen und können nur noch ausschließlich in ihrer Erstsprache sich verständlich machen. Viele ältere Menschen haben erst in ihrer Schulzeit Hochdeutsch gelernt. Um auch im Alter diesen Menschen die Lebensqualität zu erhalten und die Kommunikationsteilhabe zu gewährleisten, ist Plattdeutsch oft ein „Türöffner“. In einem kurzen Film wird veranschaulicht, wie Hella Einemann-Gräbbert von der Berufsbildenen Schule in Wildeshausen das Thema „Platt in de Pleeg“ angenommen hat. 
 



DRF1 - Deutsches Regional Fernsehen - Beitrag vom 20.5.2016, "Plattdeutsch in der Pflege“

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