Kulturkompass

In dieser Rubrik finden Sie eine Auflistung aller Organisationen im Oldenburger Land. Die nachstehenden Eintragungen werden von der Oldenburgischen Landschaft nach den Angaben der Kultureinrichtungen des Oldenburger Landes erfragt und nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr veröffentlicht. Einzelauskünfte sollten bei den jeweiligen Einrichtungen direkt eingeholt werden.

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Dümmer

Kategorie:
  • Natur und Umwelt

Dümmer

Der Name des von der Hunte durchflossenen Sees wird erstmals 965 in einer Kaiserurkunde für das Bistum Osnabrück erwähnt. Die erste Silbe ist ungedeutet, die zweite bedeutet Meer, See. Das Gewässer liegt im Landkreis Diepholz und berührt mit seinem Westufer den Landkreis Vechta. Die Spiegelhöhe beträgt NN +37 m. Mit einer Fläche von ca. 12,3 qkm ist es nach dem Steinhuder Meer der zweitgrößte See Niedersachsens. Seine mittlere Tiefe beträgt 1,1 m, die größte Tiefe 1,5 m.

Seit Abschluss des Oldenburgisch-Preußischen Staatsvertrags über die Hunteregulierung 1903 gab es Pläne zur Dümmereindeichung, die sich nach 1927 konkretisierten, als der Landkreis Diepholz Mittel zur Dümmermelioration bereitstellte. Forciert wurde die Eindeichung durch die Bestrebungen der NS-Regierung, die umliegenden Moorflächen zu entwässern und zu kultivieren. Erst 1953 war die Dümmereindeichung abgeschlossen.

Zur Entstehung des Sees gibt es mehrere Theorien. Die Deflationstheorie geht von einer Ausblasung glaziofluvialer Sande in einer anhaltenden periglazialen Trockenperiode aus. Die wahrscheinlichere Thermokrasttheorie erklärt die Dümmermulde mit abwechselnden Frier- und Tauprozessen während der letzten Kaltzeit und dem restlosen Auftauen des im Bodeneis gebundenen Wassers in der anschließenden Warmphase. Die so entstandene Großmulde hätte sich letztlich mit Grundwasser gefüllt. Jüngst wurde angeführt, dass Abspülungsvorgänge von den Rändern der Dammer Berge (Haverbecker Platte) die Dümmermulde durchdämmt und damit das Huntewasser aufgestaut haben. Die Denudations-/Erosionstheorie konnte bislang wenig überzeugen. Für Teile des Seeuntergrundes wird auch die Fernwirkung eines Salzstocks angenommen (Entstehung wie beim Zwischenahner Meer). Die größte Ausdehnung des Sees betrug 150 qkm.

Wegen Verschlammung und Hypertrophierung (Düngerüberangebot) ist der See in den Konfliktbereich zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und touristischer Nutzung geraten. Er war zwar schon vor dem menschlichen Einfluss eutroph (nährstoffreich). Die Grafahr jedoch „umzukippen“ ist erst seit der Dümmereindeichung 1953, verbunden mit Entwässerungsmaßnahmen und dem Umbruch von Moor- zu Ackerflächen, gegeben. Teile des Ufers und der ufernahen See- sowie Moorflächen stehen unter Naturschutz. Das Baden ist verboten, der Bootsverkehr ist konzessioniert und mit Beschränkungen erlaubt.

1938 bis 1940 wurde im nordwestlichen Uferbereich das jungsteinzeitliche Huntedorf I ausgegraben. In den folgenden Jahrzehnten konnten weitere Siedlungsreste bis hin zur Bronzezeit nachgewiesen werden.

Literatur: Dietrich Hagen und Wolfgang Friemerding: Dümmer, in: Oldenburgisches Ortslexikon. Archäologie, Geografie und Geschichte des Oldenburger Landes, Band 1: A-K, herausgegeben von Albrecht Eckhardt im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft, Oldenburg 2010, S. 247-249 (mit weiterführender Literatur).

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