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Artikel vom 23.11.2021 | zurück zur Übersicht

Nachbericht zum Kinder-Workshop in den Herbstferien

Nachbericht zum Kinder-Workshop in den Herbstferien
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Kinder-Workshop in den Herbstferien

Ein Nachbericht von Sabrina Kolata

„Herr Graf, Herr Graf, wie tief ist das Wasser?“, schallt es über den Oldenburger Schloßplatz. „Und wie kommen wir darüber?“ „Mit einem Flugzeug!“, so Graf Linus, der nun seinen sieben- bis neunjährigen Untertanen mit ausgebreiteten Armen entgegenfliegt, um sie zu ticken. Damit hat er das Problem, trockenen Fußes über den noch vor 400 Jahren vorhandenen mittelalterlichen Burggraben zu kommen, kreativ gelöst. Die Kinder beäugen interessiert die letzten Überreste dieses Burggrabens, die sich etwas versteckt hinter dem Schloss auftun. Tamara zählt 900 Jahre an einem Seil ab. Jeder Knoten daran steht für 100 Jahre, die es in der Zeit zurückgeht. Die Aldenburg wurde 1108 erstmals erwähnt. Wie sie in etwa aussah, erfahren die Kinder von der Stadtansicht Pieter Basts aus dem Jahr 1598. „Aber warum steht hier heute keine Burg mehr?“, wollen die Kinder wissen. Die musste weichen, weil der berühmte Graf Anton Günther es lieber moderner haben wollte. Und was ein gebildeter und weit gereister Graf ist, der kann auch zeigen, dass er in Sachen Architektur durchaus modebewusst ist. Doch nach circa 200 Jahren sind die Schnörkeleien des Manierismus dem nächsten berühmten Oldenburger Herrscher einfach zu viel. Das Schloss bleibt zwar stehen, aber Herzog Peter Friedrich Ludwig, der als Statue auf uns hinunterblickt, wollte sogar gleich die ganze Residenzstadt im schlichten Stil des Klassizismus umbauen lassen. Bei diesem Baustil ist alles so schlicht, dass das Prinzip wie aus dem Baukasten funktioniert. Geometrische Formen wie Kubus, Zylinder und Dreieck finden die Kinder auch an der Schlosswache wieder. „Im Dreieck da oben ist eine römische oder griechische Rüstung zu sehen!“, fällt Lennard sofort auf. Und Anna sieht gleich, dass das Gebäude aussieht wie ein Tempel.

Schon geht es weiter zur nächsten Station, nämlich zur Lambertikirche, die einen (neugotischen) Mantel trägt und von Innen dabei wieder ganz anders aussieht. Als plötzlich die Orgel ertönt, sind die Kinder tief beeindruckt. Welch schöne Überraschung, dass offenbar gerade jetzt an der Orgel geübt wird.

Nächster Halt wird am Degode Haus gemacht, denn hier ist noch zu sehen, wie die Häuser im Mittelalter ausgesehen haben, nur nicht ganz so bunt. Als die Kinder vom großen Stadtbrand im Jahr 1676 hören, den das Haus als eines der wenigen in der Stadt überstanden hat, bekommen sie große Augen. Zurück zur Landschaft geht es durch die Bergstraße, die heute einen viel wohlklingenderen Namen hat als im Mittelalter. An die Schlachtabfälle, an die der frühere Name „Panzenberg“ noch erinnerte, wollten die feinen Leute zu Herzog Peter Friedrich Ludwigs Zeiten nicht mehr denken.

Zuguterletzt steht das Grüppchen von sieben Kindern wieder vor dem Gebäude der Landschaft und erfährt, dass das Haus nach Anlage des Schlossgartens gebaut wurde und dass dort schon einmal ein Bürgermeister gewohnt hat.

Am nächsten Tag erinnern sich die Kinder an das, was sie auf dem Stadtrundgang gesehen haben und malen ihre ganz eigenen Karten vom Stadtkern Oldenburgs. Teilweise tritt dabei ein bemerkenswerter Detailreichtum zu Tage. Ganz besonders im Gedächtnis geblieben ist aber das gelbe Schloss mit der Uhr am Turm. Nele, Linus und Anton malten auch das Denkmal Peter Friedrich Ludwigs auf dem Schloßplatz. Dass ein Denkmal auch die Form eines Buches haben kann, zeigen zum Beispiel Johann Justus Winckelmanns Werk über Graf Anton Günther und das Buch „Groherzogin Cäcilie – Ein Denkmal“. Seit wann werden eigentlich Bücher gedruckt und wer hat sich die Sache mit den Bleilettern für ein perfekt gedrucktes Buch ausgedacht? Mit Johannes Gutenberg geht dann auch der zweite Projektvormittag zu Ende.

Am dritten Tag können die Kinder nun auch eigene Drucktechniken ausprobieren, wie sie in der Kunst ausgeübt werden. Gemeinsam testen wir einen Holzdruck, natürlich selbstgeschnitzt. Gar nicht so einfach ist hingegen eine Radierung mit einer Zinkplatte. Der Linolschnitt klappt dafür richtig gut und schließlich schaffen die Kinder an vier Stationen noch ganz eigene Kunstwerke mittels Monotypie, Kartoffeldruck, normaler Stempel und selbstgemachter Stempel aus Bierdeckeln und aufgeklebter Schnur.

Drei kreative Tage gehen zu Ende – mit der herzlichen Einladung gerne wieder zu uns in die Gartenstraße zu kommen. jeden ersten Freitag im Monat findet nämlich der Kinderclub der Oldenburgischen Landschaft statt.

(Die Teilnahme ist kostenfrei, Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldungen für jeden Termin bitte an anmeldung@oldenburgische-landschaft.de)

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